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Presse: Artikel aus Frankenpost vom 4.7.2011

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13. März 2013

Zeitungsartikel vom 04.07.2011

Zeitungsartikel vom 04.07.2011

Programmieren als Hauptarbeit

Mit seiner CNC-Holzbearbeitungsmaschine führt Mathias Zeitler die technisch am modernsten ausgestattete Ein-Mann-Schreinerei in der Region. Nun möchte er auch einen Gesellen anstellen.

Zettlitz - Im Jahr 1996 hat er für sein Gesellenstück bayernweit “nur” den zweiten Platz erreicht; drei Jahre später bekommt er als Landesbester bei der Meisterprüfung den Bayerischen Meisterpreis, wie eine Urkunde des damaligen Staatsministers Dr. Otto Wiesheu vom 20. November 1999 belegt. Doch es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Für den heute 35-jährigen Mathias Zeitler aus dem Gefreeser Ortsteil Zettlitz heißt es nun, auch die Kundschaft vom Können zu überzeugen und sich einen Namen zu machen, um im harten Wettbewerb mitmischen zu können. Mit Hilfe von Phantasie, Fleiß, Genauigkeit und modernen Maschinen gelingt ihm das auch. Zu seinen Dauerkunden gehören neben Starkoch Alexander Hermann auch andere namhafte Firmen in ganz Oberfranken. Ein derzeitiger Großauftrag geht über die Individualeinrichtung eines Logopädiezentrums in München mit geschwungener Empfangstheke und vielen maßgeschneiderten Einzelmöbeln, die es serienmäßig im Handel gar nicht gibt.

Seine Lehre begann Mathias Zeitler nicht etwa im elterlichen Balkonbau-Unternehmen, sondern im benachbarten Stockenroth bei der Schreinerei Lottes. Schon damals, noch im Anfang des Computerzeitalters, interessierte er sich für die vielfältigen Möglichkeiten, die die elektronische Datenverarbeitung versprach und seien es nur die Informationsquellen über das Internet. So ersetzte der Computer bald das Reißbrett, wenn es galt, Pläne beispielsweise für eine individuell gestaltete Einbauküche anzufertigen. Zeitler verarbeitet überwiegend einheimische Massivhölzer, kann aber auch alle Arten von Kunststoffen bearbeiten. Tropenhölzer verwendet er nur aus Plantagenanbau.

Im vergangenen Jahr, nach zehnjähriger Selbständigkeit, zog er Bilanz. In seinem 600 Quadratmeter großen Betrieb auf zwei Ebenen können Schreinerarbeiten aller Art ausgeführt werden. Spezialitäten sind mittlerweile Möbel, Innenausbau und Haustüren. Die Auftragsbücher waren voll, es musste eigentlich ein Mitarbeiter eingestellt werden. Doch das wäre zu Lasten des Fortschritts gegangen, da dann der Betrieb nicht auf den letzten Stand der Technik hätte gebracht werden können, denn es fehlte noch eine Universalmaschine, die auch dem Computer gehorcht. So schaffte er sich eine etwa sieben Meter lange, fünf Tonnen schwere CNC-gesteuerte Holzbearbeitungsmaschine zum Preis von 110 000 Euro an, die PC-gesteuert sägen, bohren, fräsen und abrichten kann. Vorher kann man damit die Pläne programmieren und in einem Probelauf virtuell das Möbelstück auf dem Bildschirm entstehen sehen. Mit dieser modernen Maschine führt Mathias Zeitler die am besten ausgestattete Ein-Mann-Schreinerei in der Region.

Dazu war auch ein Programmierlehrgang für Holzbearbeitungsmaschinen für das Programm woodWOP 6.0 notwendig, den Zeitler im August 2010 in Herzebrock absolviert hat. Jetzt, nach fast einem Jahr mit dem digitalen Gesellen, stellt Mathias Zeitler fest, dass ihn die Schreibtisch- und PC-Arbeit kaum mehr aus dem Büro lässt und er deshalb demnächst doch noch einen Schreinergesellen aus Fleisch und Blut einstellen wird.

http://www.frankenpost.de/regional/wirtschaft/fp/wirtschaft-fp/art2448,1686323